Aus aktuellem Anlass: Wo Bio drauf steht, ist nicht immer Bio drin

 

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Foto mit 2 „Demeter“-Spiegeleiern aus der Ökokiste im Mai

Gestern, am 13.06.2017, kam um 20:15 Uhr im SWR Marktcheck ein Bericht über einen negativen Hühnerhof in den Niederlanden, von dem Aldi Süd einen kleinen Teil seiner Bio-Eier bezieht. Ein Tierschützer hat dort Missstände beobachtet und gemeldet. Er verklagt jetzt sogar diesen „Bio“-Hühnerhof. Er zeigte den Reportern vor Ort, dass die Hühner nicht täglich ab spätestens 10 Uhr Zugang zum Außengehege haben (nach dem geltenden KAT-Leitfaden zur Haltung von Bio-Legehennen). Zudem deutete das Verhalten der Hühner im Massenstall und die Anwesenheit von über den Zugang nach außen gespannten (teilweise zuvor unter Strom stehenden Elektrokabeln) darauf hin, dass die Tiere mit Stromschlägen konditioniert wurden, im Stall zu bleiben. Die meisten Hühner wollten entgegen ihrer Natur bei geöffnetem Zugang nicht mehr hinausgehen.

Das ist natürlich ein Schock für den Verbraucher, der bei Aldi Süd einige Cent mehr für Bio-Eier ausgibt, in gutem Glauben, dass diese Tiere es besser haben, als in der konventionellen Massentierhaltung. Da muss Aldi Süd ran und öfter seine Lieferanten kontrollieren. Die Tiere dürfen nicht über Monate auf so engem Raum gehalten werden.

Wer mehr für Tiere tun möchte und nicht auf Eier und Milch(-produkte) verzichten möchte kann schauen, ob es einen Bauernhof in der Nähe gibt, wo die Tiere gut behandelt werden und dort Eier und Milch kaufen. Alternativ gibt es viele Demeter-Höfe, die sich an strengere Tierschutzregeln halten und ihre Kunden mit einem Lieferservice auch in der Stadt beliefern. Demeter und Bioland kontrollieren die tatsächlichen Zustände stärker und haben strengere Vorschriften.

Eines ist klar, wir können nicht jeder 230 Eier im Jahr verzehren (Statistischer Mittelwert) und glauben, dass die ca. 80 Millionen Hühner, die sie legen, mit der Aufmerksamkeit und Zuwendung, wie sie unsere geliebten Haustiere erhalten, gehalten werden.

Ich kann davor nicht die Augen verschließen, insofern stimmt es schon. Wer etwas für den Tierschutz tun möchte sollte vegan leben oder für den Anfang wenigstens zu 50 Prozent – im Sinne von „Von allem etwas“. Was uns schmeckt ist zum großen Teil Gewöhnungs- und Erziehungssache, siehe kulturelle Unterschiede in der Ernährung. Ich habe das selbst an mir erfahren, habe schon seit vielen Jahren den Genuss von Gemüse und Obst schätzen und lieben gelernt und seit ca. 1-2 Jahren auch viel mehr leckere pflanzliche Eiweißlieferanten an Stelle von tierischem Protein.

Ich wünsche mir und uns mehr Achtsamkeit im Umgang mit Lebewesen von noch mehr Menschen als bisher und das nicht nur für Tiere, sondern auch für Pflanzen – und euch heute noch einen guten, achtsamen Tag.

Für weitere Infos: Habt ihr den Beitrag von Marktcheck zu Bio-Eiern verpasst? Keine Sorge, die Reportage gibt es hier zu sehen: http://buff.ly/2sZgEDE

Eier-Alternativen findet ihr hier: http://www.smarticular.net/ei-ersatz-fuer-kochen-und-backen-selber-machen/

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