Ein Praktikum mit Amsel Food

Gestatten, ich bin Piepmap, ein Jung-Amsler und mache hier seit 11 Tagen ein Praktikum als Testesser von „Amsel Food“.

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Am Freitag, den 17.07.20 flog ich hier ein und habe um Asyl und Vollpension gebeten, ein kleines verletztes Küken mit Bettelwülsten am Schnabel. Ich wurde freundlich aufgenommen und durfte gleich als Testesser von Amsel Food mitmachen.

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Nun lebe ich ca. 2 Wochen quasi wie in einer Freiluftvoliere aber ganz frei im von Mauern geschützten Garten zusammen mit Spatzen, Mäusen, Bienen und anderem Getier. Nachts schlafe ich auf einer Tanne und ich werde hier von 5:30 bis 21:30 Uhr versorgt und beschützt.

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Selten, aber manchmal möchte der 17 jährige Siam-Mix Kater Steve auch mal wieder in „seinen Garten“ und das darf er – aber nur an einer Leine – damit ich geschützt bin.

Ideal ist das nicht, aber für 2 Wochen ein akzeptabler Kompromiss. Dann ist mein Praktikum hier beendet und ich kann mich neuen Projekten widmen…

Aber nun zum Amsel Food. Was ist denn das?

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Am Anfang, als ich hier überraschend eintraf gab es als erstes diverse Breis mit Obst (Apfel, Erdbeere und Kirsche) und gemahlenen Sonnenblumenkernen und getrockneten Insekten. Ich ass noch nicht allein und musste gefüttert werden.

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Es wurde gut im Internet recherchiert, was genau ich essen darf und das steht zum Beispiel schön beschrieben hier:

http://wp.wildvogelhilfe.org/de/vogelwissen/die-aufzucht/wie-fuettert-man-junge-wildvoegel/aufzuchtfutter/artgerechtes-futter-fuer-drosseln-und-stare/

Jungamsel Food

  • Heimchen
  • Buffalowürmer
  • Wachsmaden
  • saisonales heimisches Obst, vor allem Beeren
  • und noch ein paar Zusatzstoffe wie Vitamine etc.

Also wurden im Zooladen lebende Heimchen, getrocknete Insekten und Vitamine für die Federbildung gekauft, etwas später dazu in einem grossen Supermarkt feine getrocknete Mehlwürmer und online bestellte Wachsmaden. Davon esse ich nun alle Stunde ein paar oder wenn ich danach rufe und ich habe schon einige Gramm zugenommen. Angefangen habe ich hier mit ca. 70 g, inzwischen wiege ich über 92 g. Mein Zielgewicht sind 110 g, das wiegt eine durchschnittliche Amsel.

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Insekten sind ja auch etwas für euch Menschen. Ich zeige euch das hier mal im Detail, aber nicht erschrecken:

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Hier seht ihr meine Anfangskost, lebende Heimchen und einen getrockneten Insektenmix.

Der Insektenmix wurde anfangs gemahlen und mit zerquetschen Äpfeln oder Erdbeeren vermengt.

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Die Heimchen wurden eingefroren, dann heiss gebrüht und die Widerhaken an allen Beinen abgeschnitten. Letzteres ist ein Tipp des Zooverkäufers.

Hier seht ihr das mal im Vergleich vorher/nachher:

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Sehen die nicht lecker fleischig aus? Das gibt Muskeln fürs Fliegen…

Mehr Infos zur Zubereitung von Vogel-Aufzuchtfutter findet ihr hier:

http://wp.wildvogelhilfe.org/de/vogelwissen/die-aufzucht/wie-fuettert-man-junge-wildvoegel/aufzuchtfutter/beschreibung-der-einzelnen-futtermittel/

Und bei den Wachsraupenmaden ging das ähnlich vor sich und so sehen sie aus. Mhm, lecker, findet ihr nicht auch?

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Also mir schmeckts…

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Mhm, schon weg – gibt es noch mehr davon?

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Upps, auch schon leer…

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Na, ist doch ein leckerer Obstsalat und so gesund.

Ich hoffe es hat euch gefallen. Ich sage schon mal Tschüss, denn ich fliege bald davon,

euer Piepmap, der kleine Amselpraktikant

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Und so sehe ich heute aus:

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Nachtrag am 29.07.2020

Ach übrigens, ich war verletzt, der Tier-Rettungsdienst UNA war da und auch ein hiesiger Vogelfacharzt hat mich angesehen. Und nun setze ich mein Praktikum wahrscheinlich in den nächsten Tagen in einer Auswilderungsvoliere mit anderen Jung-Amseln fort. Ich bin zu stark auf den Mensch geprägt und bin zu zahm. Dort kann ich dann mit Artgenossen auf das wilde Leben vorbereitet werden, sagt die wildvogelhilfe.org .

Ich soll in solch einer Auswilderungsvoliere ca. 14 Tage nur kurz vom Menschen gefüttert und gesundheitlich betrachtet werden, um danach ausgewildert werden zu können. Meine Fehlprägung muss vor Auswilderung behoben werden sagt der NABU Berlin, sonst bin ich nicht draussen überlebensfähig.

Und ich soll doch gute Startchancen haben in mein neues Amselleben, findet ihr nicht auch?

 

Nachtrag am 01.08.2020

Huhu, ich bin immer noch im Praktikum bei essen589. Es wurde verlängert. Eine Amselaufzucht-erfahrene Frau hat erzählt, dass sie mich nicht in eine Auswilderungsvoliere geben würde. Bei ihr kämpfen die Jungamsler ständig und das in einem geschlossenen Bereich. Sie lässt dann immer das stärkste Männchen frei. Sie meint, dass „in eine Voliere mit anderen Amseln“ setzen hätte früher geschehen müssen.

Hinzu kommt, dass ich ja seit 15 Tagen die Freiheit gewöhnt bin und einsperren wäre jetzt ein Rückschritt. Also mache ich morgens und Abends kleinere Ausflüge um die Umgebung zu erkunden. Und es sieht so aus, als würde ich mit anderen Amseln in einem Schlafbaum schlafen und in nicht nur einem :)

Ob ich meine Eltern gefunden habe? Ja das könnte sein oder Geschwister…

Nun bleibt nur noch das Problem mit den 8 gierigen Jungkatzen in der Nachbarschaft. Tagsüber schlafe und arbeite ich in meinem Wunschgarten – Ich suche Insekten und bekomme auch hin und wieder welche von den Menschen dort geschenkt.

Habt ein schönes  Wochenende,

euer Piepmap

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Hurra, die Biokiste Kw 3 ist da!

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Heute kam meine erste Biokiste des Jahres 2020 (Kalenderwoche 3 = Kw 3).

Interessanterweise nennen manche Biobauern sie Biokiste oder Biobox und andere Ökobox. Es ist aber das Gleiche gemeint. Wichtig ist, dass sie Bioobst und -gemüse nach den strengeren, nachhaltigen und tierfreundlichen Bioland- und Demeter Bio-Siegeln für die Anzucht- und Haltungsbedingungen von Pflanzen und Tieren enthält. Ansonsten ist der Begriff Bio kaum geschützt und jeder kann sein eigenes Bio-Siegel definieren wie er oder sie mag. Darum hinterfragt ruhig mal die Standards der Bio-Siegel eurer Einkaufsquellen.

Beim Kauf von Bioobst und -gemüse sind die strengeren Bio-Siegel vielleicht nicht so entscheidend, wie bei der Tierhaltung. Hauptsache kein Schwermetall im Gemüse, eine nachhaltigere Landwirtschaft und keine Pestizide. Damit wir und die Insekten gesünder leben können. Beim Kauf von tierischen Produkten machen die strengeren Bio-Siegel aus Tierschutzgründen, Tierliebe und Respekt vor den uns ganz ähnlichen Lebewesen Sinn. Jungtiere dürfen zum Beispiel etwas länger nach der Geburt (ein bis drei Wochen statt einem bis drei Tage) bei ihren Müttern bleiben. Die Tiere können auch etwas natürlicher leben als in der Massentierhaltung und werden mit gutem Biofutter gefüttert.

Aber, bevor ich das Thema noch ganz wechsle, zurück zur heutigen Biokiste oder Ökobox.

Was habe ich diesmal alles aus dem Onlineangebot ausgewählt und bestellt? Es sind eine mittlere Obst- und Gemüsekiste und einige zusätzliche Produkte. Schaut mal hier:

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Ich habe schon einige Ideen, was ich damit zubereiten möchte…

  • Gemüsesuppe mit Ei, Nudeln und Curry im Ramen-Style
  • Ofengemüse
  • Orangen-Karotten oder Orangen-Clementinen-Marmelade
  • Schokopudding wie bei Muttern
  • Grüne Salate mit Rohkost (Möhren, Kohlrabi, Rettich)
  • Rettichbrote
  • Zaziki und Gemüsereis und Feta
  • Obstsalat

Ja, vielleicht wird es doch etwas anderes? Mal abwarten, es gibt oft spontan ein Gericht, auf das ich gerade so richtig Lust habe. Das macht dann ordentlich Spass. Das ist die schönste Art des Kochens für mich, spontan und in Ruhe…

Und für uns alle zur Freude kommt hier das ausgepackte Obst und Gemüse zum Begutachten:

 

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Das sind die zusätzlichen Lebensmittel:

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Und nochmal alles auf einen Blick:

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Jetzt heisst es abwarten, was es wirklich gibt…

Habt es alle fein und esst gesund mit genug Eiweiss und viel Gemüse…

Viele Grüsse von uns,

Jutta und Steve

Steve hält sich die Augen zu, weil schon wieder soviel (für ihn ungeniessbares) Obst und Gemüse dabei ist und kein Stückchen Huhn oder Thunfisch…

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DIY: Melonen-Kokos-Eiscreme

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Gut gefallen hat mir auch das aus der Biokiste selbstgemachte Melonen-Kokoseis.

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Man nehme für eine grosse Portion:

eine dicke Scheibe lieblich schmeckende Melone, 200 ml Kokoscreme und 3-4 EL Holunderblütensirup, Ceylon-Zimt, einen Pürierer und eine Eismaschine (oder tiefgefrorene kleine Melonenstücke, die der Pürierer noch zerkleinern kann)

Und so sah das dann in der Praxis Schritt-für-Schritt aus:

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Ich möchte noch etwas zum Thema Markennamen und Werbung schreiben. Ich mache hier keine Werbung für einzelne Produkte. Nehmt einfach die Produkte eurer Wahl und probiert damit ein leckeres Gericht zu machen. Es ist so vieles individuelle Geschmackssache. Ich zeige euch aber hier, mit welchen Produkten ich arbeite. Das ist auch für mich ein bebildertes Protokoll, nach dem ich später das Gericht wieder so zubereiten kann. Ich bin das jahrelang aus der Wissenschaft so gewohnt. Da ist Transparenz und Reproduzierbarkeit sehr wichtig.

Mein Blog hier ist privat und ich möchte auch keine „Influenzerin“ sein oder werden. Ich bin Wissenschaftlerin und experimentiere einfach gern. Und ich veröffentliche die Ergebnisse, die mir gefallen haben, um Anregungen zu geben, wie man rein pflanzlich wie hier oder auch bio-vegetarisch lecker essen kann. In anderen Ländern geht das doch auch. Ich kann die Massentierhaltung für möglichst billige Produkte und das damit verbundene Tierleid nicht ignorieren und möchte auch auf diese Weise dazu beitragen, dass es endlich weniger wird. Ich mache das aber nicht zwanghaft, sondern mit Freude am Neuen. Ich denke, so können wir etwas zum Guten verändern und dass wir selbst zum Erhalt unserer Erde beitragen müssen und nicht nur Politiker oder andere ist auch klar – finde ich.

Eine interessante Sendung zum Thema „Der Regenwald brennt – zerstört unser Konsum den Planeten? „maybrit illner“ am 29. August 2019″ habe ich gestern im Fernsehen gesehen. Es ging dabei auch um unser Essverhalten. Die Sendung wird in der Mediathek wiederholt. Mir hat sehr gefallen, was Ranga Yogeshwar und Nelson Müller dort gesagt haben. Ist ein guter Denkanstoss…

https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/der-regenwald-brennt-zerstoert-unser-konsum-den-planeten-sendung-vom-29-august-2019-100.html

In diesem Sinne, geniesst nachhaltig und lasst uns unseren blauen Planeten erhalten. Ein schönes Wochenende wünschen euch

Steve und Jutta

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